Suchen sie das Gespräch mit ihrem Kind und verdeutlichen sie, dass diese Getränke nicht so harmlos sind, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Jugendliche wissen oft nicht, welche Mengen an Alkohol diese Getränke enthalten und welche Risiken deren Konsum bergen. Alkopops können den Einstieg zum regelmäßigen Alkoholkonsum herbei führen. Insbesondere die schleichende Gewöhnung an hochprozentigen Alkohol ist mit großen Gefahren verbunden. Eine 14-Jährige mit 48 kg Körpergewicht hat nach zwei Alkopops bereits 0,9Promille im Blut.
Diskussionshilfen für Eltern im Gespräch mit ihren Kindern über Alkopops:
| · | Machen sie ihr Kind auf die erheblichen Kosten des Konsums von Alkopops aufmerksam. Jungen geben jährlich durchschnittlich 500€, Mädchen 360€ für Alkohol aus. Diskutieren sie Alternativen im Umgang mit Geld, wie z.B. ein Kurzurlaub oder eine größere Anschaffung. |
| · | Verweisen sie im Gespräch auf andere negative Aspekte des Konsums von Alkopops. Die Drinks sind extreme Dickmacher. Pro Flasche enthalten sie soviel Kalorien, wie eine Bratwurst. Zucker und Säuren greifen den Zahnschmelz an. |
Seien sie sich darüber bewusst, dass sie auch beim Konsum von Alkohol immer Vorbild sind, im positiven wie im negativen Sinn! Generell sind harte alkoholische Getränke, wie Schnaps und Alkopops für Jugendliche unter 18 Jahren tabu. Ein vernünftiger Konsum z.B. von Bier muss erst langsam erlernt werden. Grundsätzlich ist im Jugendschutzgesetz geregelt, dass der Konsum von nicht branntweinhaltigen Getränken erst ab 16 Jahren erlaubt ist. Branntweinhaltige Getränke dürfen sogar erst mit 18 Jahren konsumiert werden.
Regeln zum Umgang mit Alkohol:
| · | nicht auf nüchternen Magen trinken, |
| · | den Abend mit alkoholfreien Getränken starten, |
| · | zwischendurch immer wieder Wasser und Saft trinken, |
| · | auf keinen Fall Alkohol mit Medikamenten oder Drogen kombinieren, Lebensgefahr! |
Die Drogengefährdung ist im jugendlichen Alter zwischen 12 bis 18 Jahren besonders hoch. Neugier und Experimentierfreude sind in dieser Lebensphase besonders stark ausgeprägt. Der Drogenkonsum bietet in der Pubertät trügerische Möglichkeiten, z.B. mit dem Joint zu entspannen, mit Ecstasy dem Leistungsdruck standzuhalten oder Nächte durchzutanzen, sich mit Alkohol Mut anzutrinken und mit der Zigarette im Mund cool zu wirken. Wird die normalerweise vorübergehende Probierphase zum Gewohnheitskonsum, um Probleme zu verdrängen oder notwendige Entwicklungsschritte zu vollziehen, wird der Konsum zur problematischen Gefährdung.
Erste Anzeichen für Gefährdung:
| · | Probleme in Schule und Ausbildung, |
| · | Rückzugstendenzen gegenüber Freunden, |
| · | Vernachlässigen von Interessen und Hobbys, |
| · | Abwehrhaltung und verstärkte Aggressivität, |
| · | Rückzug in Gruppen mit Konsumritualen. |
Was können sie als Eltern dagegen tun?
Zumindest das Ausprobieren legaler Drogen von Jugendlichen kann als „normal“ eingestuft werden. Die meisten haben den Konsum „im Griff“. Die relative Balance wird gestört, wenn sich das Gefühl einstellt, dass Probleme und Konflikte scheinbar über Drogen „gelöst“ werden können.
&Wirksamstes Vorbeugemittel ist, sich für die Kinder Zeit zu
nehmen. Haben sie immer ein offenes Ohr für die Angelegenheiten
und Probleme ihrer Kinder. Helfen sie Lösungen zu finden, die
nicht überfordern. Diese Vertrauensbasis macht die Kinder stark
und schützt vor Gefährdungen.
Beobachten sie das soziale Umfeld und die Freunde ihres Kindes. Jugendliche
brauchen in diesem Zusammenhang trotz eines gewissen Entscheidungsspielraumes
auch Orientierungshilfen der Eltern. Vorsicht: Verbote erhöhen
den Reiz und verhindern vielleicht, dass Kinder schädliche Einflüsse
erkennen und meiden lernen. Es besteht auch die Gefahr, dass Verbote
die Kinder überfordern und in Konflikte bringen. Eine behutsame
Einflussnahme ist daher erforderlich.
Statt Verboten sollten Regeln im Umgang mit legalen Drogen möglichst
gemeinsam aufgestellt werden. Diese sollten von allen Familienmitgliedern
eingehalten werden. Eltern sind hierbei als Vorbilder gefragt, denn
wirksame Vorbeugung beginnt mit dem eigenen Verhalten.
Eltern müssen ihren Kindern die negativen Konsequenzen des Konsums
illegaler Drogen sehr deutlich aufzeigen und an ihre Vernunft appellieren.
Heimlichkeiten und Lügen beim Drogenkonsum verspielen Vertrauen.
Wer nicht gewohnt ist, sich frei für etwas zu entscheiden, kann
sich auch nicht aus eigenem Entschluss gegen etwas entscheiden. Ganz
davon zu schweigen, dass fehlendes Selbstbewusstsein nicht dazu beiträgt,
sich gegenüber dem Druck durch die Clique durchzusetzen.
Konsumiert ihr Kind illegale Drogen, bzw. besteht begründeter
Verdacht dazu, ist es wichtig, dass sie über Drogen und ihre
Risiken Bescheid wissen. Nur dann können sie kompetent helfen.
Dies gilt auch, wenn ihr Kind regelmäßig legale Drogen
konsumiert!
Suchen sie frühzeitig eine Drogenberatungsstelle auf, auch wenn
sich ihr Kind weigert. Lassen sie sich dort beraten, wie sie ihrem
Kind am besten helfen einen Ausstieg zu finden.
In vielen Städten gibt es auch Elternkreise. Dort unterstützen
sich Eltern gegenseitig und auch die Hilfe von Fachleuten in Anspruch.